1. Herfried K. Wagner’s VB.Any
  2. Visual Basic
  3. Code

Entwicklungsumgebung

Verwendung des Direktfensters

Die meisten Programmierer nutzen die vielen Möglichkeiten nicht, die das Direktfenster bietet. Daher werden einige davon hier kurz vorgestellt.

Ermitteln von Fehlertexten

Um Fehlertexte über das Direktfenster schnell ansehen zu können, kann z. B. folgender Code in das Direktfenster eingegeben werden. Durch Drücken der Eingabetaste wird der Code ausgeführt:

Error 22

Obenstehender Code würde den Fehler 22 auslösen.

Code ausführen

Wie man bereits merkt, darf im Direktfenster immer nur eine Zeile Quellcode eingegeben werden. Das ist aber kein Problem, da Codezeilen durch den Doppelpunktoperator getrennt werden können. Im Folgenden wird der Code, wie er im Codeeditor der Entwicklungsumgebung steht, angegeben:

Dim i As Integer
For i = 1 To 10
    Call MsgBox(CStr(i))
Next i

Daraus würde im Direktfenster folgender Code; die Dim-Anweisung wird dort nicht unterstützt:

For i = 1 To 10: Call MsgBox(CStr(i)): Next i

Programmteile testen

Es können auch problemlos ganze Prozeduren getestet werden, wie das folgende Beispiel zeigt. Hierbei gehen wir davon aus, daß eine Prozedur DoIt mit den beiden Parametern a und b definiert wurde:

Call DoIt(12, "Hallo")

Ausdrücke auswerten

Manchmal benötigt man schnell das Ergebnis von Berechnungen im Code. Dazu muß man aber nicht gleich den Taschenrechner öffnen, sondern kann das Direktfenster verwenden. Hier stehen viel komfortablere Methoden zur Verfügung, da eine Zeichenfolge eingegeben werden kann. Damit das Resultat im Direktfenster ausgegeben wird, muß ein Fragezeichen vor den auszuwertenden Ausdruck gestellt werden:

?"Result " & CStr(Sin(22) * (14 + 2 * 22.57))

Wichtig ist hier auch, daß die Konstanten im richtigen Datentyp deklariert werden:

?10000 * 10000

Der Code oben würde nicht funktionieren. Deklariert man aber eine der beiden Konstanten als Long, wird das korrekte Ergebnis der Berechnung ausgegeben:

?10000 * 10000&

Ferner können ganze Prozeduren vom Direktfenster aus aufgerufen werden. So kann man auch eine Prozedur schreiben, die als Parameter Werte erwartet, die dann beispielsweise zum Grundgerüst einer Prozedur zusammengesetzt werden. Das Ergebnis könnte dann in der Zwischenablage abgelegt werden.

Der „Stop“-Befehl der Entwicklungsumgebung

Der „Stop“-Befehl der Entwicklungsumgebung sollte wenn möglich nicht verwendet werden. Stoppen einer Anwendung über die „Stop“-Schaltfläche entspricht dem Aufruf des End-Befehls im Code. Dadurch kann kein „Clean Up“-Code ausgeführt werden. Dies ist von Wichtigkeit, wenn Subclassing in der Anwendung verwendet wird und das Beenden der Anwendung über End oder die „Stop“-Schaltfläche nicht die originale Fensterprozeduradresse in der Klassenstruktur des gesubclassten Fensters zurücksetzt. Der einzige akzeptable Verwendungszweck der „Stop“-Schaltfläche ist das Stoppen einer ActiveX-EXE sofern dies die einzige Methode für diesen Zweck ist.